Bad Hersfeld, Rathaus

Gedenktafel für die aus Bad Hersfeld und Umgebung deportierten und ermordeten Sinti und Roma
  • Historisches Rathaus in der Stadtmitte (Foto: Andreas Pflock)
  • Südliche Rathausfassade an der Weinstraße (Foto: Andreas Pflock)
  • Detailansicht der Gedenktafel (Foto: Andreas Pflock)
  • Gedenktafel an der Rathausfassade (Foto: Andreas Pflock)

Kurzinformation

Gedenktafel für die aus Bad Hersfeld und Umgebung deportierten und ermordeten Sinti und Roma

Beschreibung

Die Gedenktafel befindet sich im Herzen der Altstadt von Bad Hersfeld, an der südlichen Fassade des zwischen 1607 und 1612 im Stil der Renaissance erweiterten und aus dem 14. Jahrhundert stammenden Rathauses. Die Tafel trägt die Inschrift:

"Zum Gedenken an über 100 Sinti, die in Bad Hersfeld und Umgebung beheimatet waren und fast alle am 23. März 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurden. Nur wenige überlebten das Grauen. Insgesamt fielen dem VölkermordVölkermord Bezeichnung für die vorsätzliche Ermordung, Ausrottung oder anderweitige Vernichtung von Volksgruppen aufgrund ihrer vermeintlich rassischen, ethnischen oder sozialen Merkmale, ihrer Nationalität oder religiösen Überzeugungen. 1948 verabschiedeten die Vereinten Nationen einen völkerrechtlichen Vertrag über die Verhütung und die Bestrafung von Völkermorden. über 500.000 Sinti und Roma zum Opfer.
Kreisstadt Bad Hersfeld
Landkreis Hersfeld-Rotenburg im März 1998"

Entstehung

Die Errichtung des Denkmals wurde vom Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Hessen initiiert und von der Kreisstadt Bad Hersfeld und dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg unterstützt. Nach anfänglichen Überlegungen, die Tafel am örtlichen Bahnhof anzubringen, viel schließlich die Entscheidung, einen Ort zur Erinnerung an die Deportierten an der Fassade des historischen Rathauses zu schaffen. Die Enthüllung erfolgte im Rahmen einer Gedenkfeier gemeinsam durch den Bürgermeister Hartmut Boehmer und den Vorsitzenden des Landesverbands, Adam Strauß. Neben zahlreichen Angehörigen und Nachkommen der Verfolgten nahm daran auch der Landrat des Kreises Hersfeld-Rotenburg, Roland Hühn, teil.

Der Bürgermeister betonte in seiner Ansprache: „Mit ihr wollen wir den hier beheimateten Sinti und Roma ehrend gedenken. Wir wollen zugleich ein Zeichen setzen mit der Bitte um Versöhnung.“ Eine Feierstunde im Sitzungssaal des Rathauses schloss die Veranstaltung ab.

Quellenangaben

Archiv Dokumentations- und Kulturzentrum, Heidelberg: Sammlung Gedenkorte

Hersfelder Zeitung vom 26.3.1998: „Gedenktafel enthüllt. Gemeinsam nach Lösungen suchen.“
Engbring-Romang, Udo: Bad Hersfeld. Auschwitz. Zur Verfolgung der Sinti im Kreis Hersfeld-Rotenburg, Darmstadt 2002.

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und akzeptiert.