Mannheim, E 6

Denkmal für die Mannheimer Sinti und Roma
  • Das Denkmal neben der Jesuitenkirche (Foto: Andreas Pflock)
  • Blick auf die Freifläche neben der Jesuitenkirche mit Friedensengel und Denkmal für Sinti und Roma, links (Foto: Andreas Pflock)
  • Metallquader mit Inschriftentafel (Foto: Andreas Pflock)
  • Blick auf die Jesuitenkirche (Foto: Andreas Pflock)
  • Detailansicht der Inschrift (Foto: Andreas Pflock)
  • Kranzniederlegung bei der zentralen Feier des baden-württembergischen Landtags am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, 28. Januar 2018 (Foto: Graf Foto auf commons.wikimedia.org)

Kurzinformation

Denkmal für die Mannheimer Sinti und Roma

Beschreibung

Das Denkmal befindet sich auf einem Platz hinter der Westseite des Mannheimer Rathauses und der Jesuitenkirche, neben dem von Gerhard Marcks geschaffenen „Friedensengel“ für die Mannheimer Opfer des Nationalsozialismus. Es besteht aus einem rechteckigen, schwarzen Metallquader auf dem eine Tafel mit folgender Inschrift angebracht wurde:
„Zum Gedenken an die Mannheimer Sinti, die dem VölkermordVölkermord Bezeichnung für die vorsätzliche Ermordung, Ausrottung oder anderweitige Vernichtung von Volksgruppen aufgrund ihrer vermeintlich rassischen, ethnischen oder sozialen Merkmale, ihrer Nationalität oder religiösen Überzeugungen. 1948 verabschiedeten die Vereinten Nationen einen völkerrechtlichen Vertrag über die Verhütung und die Bestrafung von Völkermorden. im Nationalsozialismus zum Opfer fielen.“

Entstehung

Das Denkmal entstand aufgrund einer Initiative des Verbands Deutscher Sinti und Roma - Landesverband Baden-Württemberg e.V. und insbesondere deren stellvertretenden Vorsitzenden Ilona Lagrene. Die Einweihung erfolgte durch den Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, Gerhard Widder, gemeinsam mit Ilona Lagrene. In seiner Ansprache betonte der Oberbürgermeister die Verantwortung der Stadtgesellschaft für ein freiheitliches und demokratisches Zusammenleben: „Die Stadt Mannheim hat eine stolze freiheitliche und demokratische Tradition. Sie hat sich in ihrer Geschichte immer als weltoffen und liberal gezeigt. Dennoch herrschte auch hier der braune Terror, konnten auch hier Unmenschlichkeit und Grausamkeit des NS-Regimes nicht verhindert werden. Dabei wissen wir, dass das, was sich ab 1933 ereignete, viel früher Wurzeln schlug, als sich die erste deutsche Demokratie nämlich zu schwach erwies, um sich ihrer Feinde zu erwehren. Es ist unsere Verantwortung, dazu beizutragen, Vergleichbares nicht mehr geschehen zu lassen, Hass und Ausgrenzung von Minderheiten wegen ihrer Zugehörigkeit zu Rasse, Staat und Religion in unserer Demokratie keine Entfaltungschancen zu geben.“

Der wenig wahrgenommene Standort wird inzwischen zunehmend öffentlich und politisch hinterfragt. Ebenso wie die eher dem Pragmatismus geschuldete Gestaltungsform: Der Metallquader deckt zugleich den Lüftungsschacht eines unter dem Platz befindlichen Bunkers ab. Zuletzt beantragte die Fraktion der Grünen im Mannheimer Gemeinderat im Dezember 2012 die Errichtung eines würdigen Denkmals für die ermordeten Sinti und Roma an angemessener Stelle. In der Begründung heißt es: „Schon seit vielen Jahren stehen das Mahnmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma und dessen Standort in der Kritik. Das Mahnmal steht unauffällig an der Seite eines häufig als Parkgelegenheit genutzten Platzes, der zusehends verwildert. Dazu kommt, dass das Mahnmal als Gedenkstätte kaum zu erkennen ist und immer wieder z.B. mit Baumaterial zugestellt wird.“ Die Entscheidung über eine mögliche Veränderung des Denkmals steht derzeit aus.

Gestaltung

Das Denkmal wurde durch das Engagement von Schülern und Lehrern der Mercedes-Benz-Lehrwerkstatt in Mannheim in Eigenleistung geschaffen.

Quellenangaben

Archiv Dokumentations- und Kulturzentrum, Heidelberg: Sammlung Gedenkorte
Marchivum Mannheim

Engbring-Romang, Udo: „Mit einer Rückkehr ist nicht mehr zu rechnen...“ Die Verfolgung der Sinti und Roma in Mannheim, hrsg. vom Stadtarchiv Mannheim – Institut für Stadtgeschichte, Ostfildern 2017. 

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sinti-Denkmal.jpg am 4.8.2020

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