Bildungsforum gegen Antiziganismus

Präventionsarbeit gegen Antiziganismus und Empowerment von Sinti und Roma
  • Feierliche Eröffnung des Bildungsforums durch Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey 2019 (Foto: Nihad Nino Pušija)
  • Workshop im Bildungsforum (Foto: Bildungsforum)
  • Studienfahrt von Sinti- und Roma Frauen nach Berlin, hier vor dem Gedenkstein in Marzahn (Foto: Bildungsforum)
  • Workshop zur Geschichte der Bürgerrechtsbewegung (Foto: Bildungsforum)

Kurzinformation

Präventionsarbeit gegen Antiziganismus und Empowerment von Sinti und Roma

Beschreibung

Das Bildungsforum gegen Antiziganismus ist Teil des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma. Es wurde im Jahr 2019 eröffnet und baut auf die Arbeit des Berliner Projektbüros auf, das seit dem Jahr 2015 in der Bundeshauptstadt verankert ist. Ermöglicht wird diese Arbeit durch eine Förderung im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben!« durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Schwerpunkte des Bildungsforums sind die Präventionsarbeit gegen Antiziganismus und das Empowerment von Sinti und Roma. Historische und gegenwärtige Formen des Antiziganismus werden in Workshops, Studienfahrten oder Fachtagungen mit einem breiten Adressatenkreis thematisiert und kritisch reflektiert. Mit Angeboten für MultiplikatorInnen im (außer-)schulischen Bildungsbereich und für Verantwortliche in zivilgesellschaftlichen Kontexten (Medien, Sozialarbeit, usw.) werden vielfältige Zielgruppen angesprochen, Ergebnisse in die Bildungsarbeit und Zivilgesellschaft implementiert und praktisch umgesetzt.

Angebote

Die Workshops des Bildungsforums sind interaktiv angelegt und orientieren sich an den Bedürfnissen und Fragen der jeweiligen Zielgruppe. Alle Workshops sind sowohl im Bildungsforum als auch in externen Räumlichkeiten möglich. Zu folgenden Themen werden Workshop angeboten:

  • Geschichte und Gegenwart der Sinti und Roma
  • Der VölkermordVölkermord Bezeichnung für die vorsätzliche Ermordung, Ausrottung oder anderweitige Vernichtung von Volksgruppen aufgrund ihrer vermeintlich rassischen, ethnischen oder sozialen Merkmale, ihrer Nationalität oder religiösen Überzeugungen. 1948 verabschiedeten die Vereinten Nationen einen völkerrechtlichen Vertrag über die Verhütung und die Bestrafung von Völkermorden. an den Sinti und Roma während der NS-Zeit und der Kampf um Anerkennung nach 1945
  • Widerstand von Sinti und Roma während der NS-Zeit
  • Geschichte der Bürgerrechtsarbeit
  • Antiziganismus in Film und Fernsehen
  • Antiziganismus im Netz
  • Argumentationstraining gegen Antiziganismus
  • Lebensrealitäten von jungen Sinti und Roma

Empowerment-Studienfahrten nach Berlin und Heidelberg (für mindestens 15 Personen) werden für Sinti und Roma aus dem gesamten Bundesgebiet in Kooperation mit Selbstorganisationen aus unterschiedlichen Bundesländern organisiert. Sie bieten den Teilnehmenden die Gelegenheit zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Antiziganismus, aber auch mit Fragen gesellschaftlicher und politischer Partizipation sowie mit individuellen Diskriminierungserfahrungen. Die Fahrten regen darüber hinaus zur Entwicklung eigener, lokaler Projekte an. Engagierte Roma und Sinti sind im Sinne des Empowermentansatzes ebenfalls MultiplikatorInnen und ExpertInnen zum Thema. Info-Panels zur Geschichte und Gegenwart von Sinti und Roma in Deutschland gehen Fragen wie „Wer sind Sinti und Roma eigentlich?“, „Was bedeutet es heute, Sinti oder Roma zu sein?“ und „Wie wird an den Völkermord erinnert?“ nach. Neben einem historischen Abriss und Begriffsdefinitionen stehen dabei die exemplarische Präsentation der vielfältigen Selbstorganisationen sowie Portraits von Angehörigen der Minderheit im Fokus. Kernthemen sind Antiziganismus und Verfolgung, aber auch Selbstbestimmung und der lange Kampf um Anerkennung. Die Infopanels laden zum Dialog und zur Auseinandersetzung mit einem vielfältigen Themenspektrum ein. Sie fordern auf, gesellschaftliche und politische Diskussionen sowie mediale Darstellungen etc. zu hinterfragen – und hinter die Fragen zu blicken. Die Info-Panels werden dauerhaft im Bildungsforum gegen Antiziganismus gezeigt, sofern in den Räumlichkeiten zum jeweiligen Zeitpunkt keine Wechselausstellung präsentiert wird. Sie können ebenfalls als transportable Ausstellung an externe Einrichtungen verliehen werden. Darüber hinaus werden (nach vorheriger Absprache) Begleitungen und inhaltliche Vertiefungen von Gruppenbesuchen des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas angeboten.

Infos / Kontakt

Alle Bildungsangebote orientieren sich an den Bedürfnissen und Vorkenntnissen der jeweiligen Zielgruppe, sind barrierefrei und kostenlos. Das Bildungsforum gegen Antiziganismus bietet bundesweit Seminare, Fortbildungen und Workshops an. Bei Interesse und zur Anmeldung kontaktieren Sie der Bildungsforum unter berlin@sintiundroma.de oder 030-690042290.