Der vergessene Völkermord

Neun Biografien verfolgter Sinti und Roma aus Europa erzählen die Geschichte des Völkermords

Kurzinformation

Neun Biografien verfolgter Sinti und Roma aus Europa veröffentlicht vom „Nationaal Comité 4 en 5 mei“ und „Tweedewereldoorlog.nl“

Beschreibung

Die Internetseite geht auf eine niederländische Initiative zurück und ist derzeit in 7 Sprachen verfügbar. Federführend bei der Umsetzung waren das „Nationaal Comité 4 en 5 mei“ zusammen mit „Tweedewereldoorlog.nl“, einem Kooperationsverband von niederländischen Partnerorganisationen, die sich mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs befassen. Fachleute aus dem In- und Ausland unterstützten die Zusammenstellung und Aufbereitung der Inhalte.

Anlass für die Veröffentlichung war die Uraufführung des „Requiems für Auschwitz“ durch den niederländischen Komponisten Roger Moreno-Rathgeb am 3. Mai 2012 in der Nieuwe Kerk in Amsterdam. Am 2. August 2018 konnte die Internetseite um drei biografische Geschichten aus Mittel- und osteuropäischen Ländern (Ungarn, Kroatien und Rumänien) erweitert werden. Gefördert wurde das Projekt durch "The International Holocaust Remembrance Alliance“ und die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“. Die Recherchen und Texte stammen von der in Amsterdam ansässigen Anne Frank Stichting.

Die Internetseite will dem jahrzehntelangen Verdrängen des Völkermords an den Sinti und Roma mit der Erzählung von neun Verfolgten-Biografien entgegenwirken und lässt die Betroffenen dabei selbst zu Wort kommen. József Forgács, Stjepan Mavrović, Maria Stancu-Costea, Zoni Weisz, Krystyna Gil, Elina Machálkova, Settela Steinbach, Amalie Schaich Reinhardt und Karl Stojka stehen mit ihren Lebensgeschichten im Mittelpunkt. Ihre Herkunft aus unterschiedlichen europäischen Staaten symbolisiert zudem die europäische Dimension des Völkermords.

Ergänzend zu den biografischen Darstellungen skizziert ein Überblick die Geschichte der Sinti und Roma in Europa seit dem 15. Jahrhundert. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf den Niederlanden, wobei immer wieder ein Vergleich zur Situation in Deutschland hergestellt wird. Ein ausführliches Glossar mit Begriffserklärungen und Verlinkungen zwischen den einzelnen Definitionen unterstützt die Auseinandersetzung mit dem VölkermordVölkermord Bezeichnung für die vorsätzliche Ermordung, Ausrottung oder anderweitige Vernichtung von Volksgruppen aufgrund ihrer vermeintlich rassischen, ethnischen oder sozialen Merkmale, ihrer Nationalität oder religiösen Überzeugungen. 1948 verabschiedeten die Vereinten Nationen einen völkerrechtlichen Vertrag über die Verhütung und die Bestrafung von Völkermorden. für einen breiten Kreis von Nutzer*innen.